Schwangerschaft

Verstärkung für Familienhebammen

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Finanzielle Probleme, Drogen, häusliche Gewalt – nicht jedes Kind wird in eine glückliche Familie geboren.

Schon unter normalen Umständen sind Schwangerschaft und Geburt Lebensphasen, die eine tief greifende Umbruchsituation darstellen. Zusätzliche Probleme können schnell zu einer Überforderung führen. Hier setzen die Familienhebammen an: Ihr Ziel ist es, schwangere Frauen in schwierigen Lebenssituationen vor und nach der Geburt zu unterstützen. Sieben Projekte dieser Art gibt es bereits in der Hansestadt, weitere sechs sollen nun hinzukommen. Insgesamt 358.000 Euro pro Jahr stellt der Senat für dieses Hilfsangebot zur Verfügung.

Die Familienhebammen sind eine Ergänzung zum bestehenden Netzwerk von Mütterberatung, Jugendamt, Kinderärzten, Allgemeinem Sozialen Dienst und Vertretern der Krankenhäuser. Hier werden Frauen, die während und nach der Schwangerschaft Unterstützung benötigen, verschiedene Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt. „Die meisten Kontakte zu den Familienhebammen kommen über dieses Netzwerk zustande“, so die Erfahrung Klaus-Peter Stenders von der Gesundheitsbehörde. Häufig begleiten die Hebammen die werdenden Mütter schon während der Schwangerschaft, bauen so langsam ein Vertrauensverhältnis auf und kümmern sich auch nach der Geburt um die Frau und ihre Familie. Sie beraten über mögliche finanzielle Hilfen, begleiten die Mütter zum Arzt oder Kinderarzt und versuchen so, einen geregelten und sicheren Alltag für die Familie zu schaffen. „Zwar werden die eigentlichen Leistungen der Hebammen von den Krankenkassen getragen. Doch in einem schwierigen Umfeld brauchen die Frauen häufig mehr und länger Hilfe. Diese zusätzlichen Kosten werden von uns aufgefangen“, sagt Klaus-Peter Stender. 

Mütter, die mit mehreren Kleinkindern und einem Säugling überfordert sind, Alleinerziehende, die Existenzängste und Depressionen plagen, Frauen mit gewalttätigen Lebenspartnern – die Lebensumstände der Frauen, denen die Familienhebammen Unterstützung bieten, sind nicht selten brisant. In kritischen Situationen können die Hebammen professionelle sozialpädagogische Hilfe anfordern, die mit 6.000 Euro pro Jahr ebenfalls finanziell in dem Projekt vorgesehen ist. Regelmäßige Treffen aller Familienhebammen, ein funktionierendes Netzwerk und Supervisionen helfen zudem, Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig zu stärken.  

Die neuen Standorte der Familienhebammen werden in Altona Altstadt, Lohbrügge, Billstedt, Veddel, Jenfeld und Wilhelmsburg entstehen. Die Standorte sind ausgewählt worden, weil dort besonders viele hilfebedürftige Familien und schwangere Frauen leben. Bisher gibt es bereits Familienhebammen-Projekte in Barmbek-Süd, Lurup, St. Pauli-Süd, Lokstedt, Schnelsen-Süd, Barmbek-Süd, Bramfeld / Steilshoop und Farmsen-Berne. Der Bezirk Eimsbüttel erhält zusätzlich eine finanzielle Aufstockung für sein bestehendes Familienhebammenprojekt in Lokstedt. 

Mehr Informationen sowie die Adressen der Familienhebammen in den einzelnen Stadtteilen finden Sie hier 


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