Kinderbetreuung

Kindergarten: Eine Frage des Vertrauens

Kinderbetreuung | AutorIn: Eva


Das Kostbarste auf der Welt einem fremden Menschen anzuvertrauen, ist wohl einer der schwierigsten Momente im Leben von Eltern. Daher ist die Wahl des richtigen Kindergartens nicht nur eine praktische, sondern auch eine emotionale Entscheidung.

In manchen Regionen haben Eltern gar nicht die Qual der Wahl. Die Wartelisten der Kitas sind oft lang, man kann froh sein, überhaupt einen Platz für sein Kind zu bekommen. Dennoch ist es grundsätzlich wichtig, die Kindergärten in der Umgebung anzuschauen und Gespräche mit der Leitung und den Betreuer/innen zu führen. Lasst auch die Atmosphäre auf Euch wirken. Kopf und Bauch müssen beide „Ja“ sagen. Eltern, die der Tagesstätte ihrer Wahl vertrauen und sich mit dem Konzept der Einrichtung identifizieren können, werden sich leichter für einige Stunden am Tag von ihrem Kind lösen können. Seht Euch die Kita gemeinsam mit Eurem Spross an und beobachtet, welchen Eindruck die Umgebung auf das Kind macht. Fühlt es sich hier wohl? Macht Euch schon zu Hause eine Checkliste mit wichtigen Fragen und Punkten, die Ihr besprechen möchtet. Das erleichtert vor Ort das gezielte Gespräch mit der Kita-Leitung.

Vorbereitung schafft Sicherheit

Wer im Bekanntenkreis „kita-erfahrene“ Eltern hat, sollte die Kontakte nutzen. Lasst Euch über deren Erfahrungen berichten. Diese können ein Bild davon vermitteln, was in Kindergärten üblich ist, welche Angebote der Norm entsprechen oder eher außergewöhnlich sind. Die meisten Kitas haben heute eine Internetseite. Mit ein paar Klicks lassen sich Fakten klären wie Konzept, Öffnungszeiten, Kooperationen mit anderen Einrichtungen, Musik- und Sprachangebote. Passen diese Rahmenbedingungen, kann ein Gesprächs- und Besichtigungstermin vereinbart werden.

Hinein ins pralle Leben

Schaut Euch die Kita nach Möglichkeit vormittags an. Auch wenn es sich um eine Einrichtung mit Ganztagesbetreuung handelt, lässt sich doch morgens umfassender die Normalität erleben. Schaltet beim Besuch alle „Antennen“ auf Empfang: Wie wird hier mit den Kindern umgegangen? Geht man auf Fragen und Wünsche ein? Nimmt man Euch ernst und fühlt Ihr Euch wohl? Eine Vertrauensbasis von Anfang an ist unerlässlich.

Aller Anfang ist schwer

In den ersten Tagen der Trennung können Tränen fließen – auf beiden Seiten – das ist vollkommen normal. Doch macht Euch immer klar, dass Euer Kind in seinem Kindergarten gut aufgehoben ist und gefördert wird: geistig, körperlich und sozial. Hier lernt es unter Freunden, ein wichtiger Teil der Gesellschaft zu sein. Es lernt, sich zu behaupten und zu teilen. Und es kommt der Tag, da wirst du zur Abholzeit mit den Worten empfangen: „Mama, ich will noch nicht nach Hause. Ich will noch spielen.“ Dann hat zumindest einer von Euch die Abnabelung geschafft…

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