Gesundheit

Armut als Gesundheitsrisiko

Gesundheit | AutorIn: Eva


Der größte Teil der Kinder und Jugendlichen in Deutschland wächst gesund auf. Aber: Bereits frühe Gesundheitsstörungen und Entwicklungsverzögerungen werden vermehrt bei Kindern aus sozial benachteiligten Familien festgestellt. Das berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) als Ergebnis der aktuellen „Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland“ (KiGGS).

Deutschland gehört zu den reichsten Ländern der Welt und verfügt über ein gut ausgebautes Sozialversicherungssystem. Dennoch wachsen Kinder und Jugendliche auch hier unter sehr unterschiedlichen Voraussetzungen auf. Bundesweit leben rund 2,5 Millionen Kinder in Armut, so die Statistik des Bundes und der Länder. Das bedeutet, sie leben in Haushalten, die über weniger als 60 Prozent des mittleren gesellschaftlichen Einkommens verfügen.

Damit lebt fast ein Fünftel der heranwachsenden Bevölkerung im Alter bis 18 Jahre in Armut oder ist durch Armut bedroht. Bei Kindern aus sozial schwachen Familien sind laut Studie Bewegungsmangel, Übergewicht, ungesunde Ernährung und Rauchen stärker verbreitet als beim Nachwuchs in der Mittel- und Oberschicht. Insgesamt haben etwa elf Prozent der Kinder und Jugendlichen mit einem niedrigen Sozialstatus einen nur mittelmäßigen oder schlechten allgemeinen Gesundheitszustand.

Bei Gleichaltrigen aus der Mittelschicht sind es sechs Prozent. Bei wohlhabenden und gut gebildeten Familien liegt die Quote bei drei Prozent. Auch das Risiko für psychische Auffälligkeiten wie Angststörungen, Depressionen oder Hyperaktivität liegt höher, wenn Kinder in Familien mit einem niedrigen Sozialstatus aufwachsen. Die Ergebnisse sind vor dem Hintergrund zu sehen, dass Gesundheitsbeeinträchtigungen und -risiken, die bereits in frühen Jahren auftreten, oftmals langfristige Auswirkungen haben und noch im mittleren und höheren Lebensalter die Gesundheitschancen beeinflussen können.

Die Studie machte auch nach Sozialstatus differenzierte Analysen zum Thema „Gewalterfahrungen“. Diese zeigen deutlich, dass Mädchen und Jungen mit niedrigem Sozialstatus nicht nur häufiger Gewalt ausüben als Gleichaltrige aus der hohen Statusgruppe, sondern auch häufiger Opfer von Gewalt sind.
An der Studie nahmen zwischen 2009 und 2012 mehr als 12.000 Mädchen und Jungen bis 17 Jahre teil.

Weitere Informationen findest du hier:

www.rki.de

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