Alleinerziehende

Alleinerziehend = arm ?!

Alleinerziehende | AutorIn: Redaktion

Armutsrisiko bei Alleinerziehenden fünf Mal höher als in Paarhaushalten.


Alleinerziehend = arm ?!

Ein-Eltern-Familien sind längst nicht mehr die Ausnahme. Jede fünfte Familie ist alleinerziehend. 2,3 Millionen Kinder wachsen in dieser Lebensform auf, Tendenz steigend. In 89 Prozent der Fälle sind es die Mütter, die die Verantwortung für die Fürsorge der Kinder, für die Erwerbsarbeit und den Haushalt überwiegend allein tragen. Eine Studie der Bertelsmann Stiftung kommt zu dem traurigen Ergebnis, dass das Armutsrisiko bei Alleinerziehenden fünf Mal höher sei, als in Paarhaushalten. Rund 38 % aller Alleinerziehenden beziehen laut der im Juli veröffentlichten Studie Hartz IV-Leistungen. Kinderarmut ist wesentlich auf die Armut von Alleinerziehenden zurückzuführen.

Von großer Bedeutung zur Sicherung des Lebensunterhalts ist der Kindesunterhalt. Die Hälfte der Alleinerziehenden bekommt gar keinen Unterhalt für die Kinder, ein Viertel bekommt den Unterhalt nicht regelmäßig oder nicht in der Höhe des Mindestunterhalts. Diese Mütter sind besonders auf die Unterstützung des Staates angewiesen, denn ihr Einkommen reicht meist kaum zur Sicherung ihres eigenen Lebensunterhalts und dem der Kinder. Es gibt zwar die Möglichkeit einen so genannten Unterhaltsvorschuss zu beantragen, dieser liegt jedoch deutlich unter dem Mindestunterhalt und kann maximal für sechs Jahre bezogen werden oder bis das Kind das 12. Lebensjahr erreicht hat. Unterhaltsvorschuss haben 2014 knapp eine halbe Million Kinder in Anspruch genommen.

Die Studie fordert, dass

1. strenger geprüft werden solle, warum drei von vier Alleinerziehenden keinen Unterhalt bekommen,

2. das Durchsetzen der Unterhaltsansprüche der Kinder verbessert werden müsse,

3. die staatliche Unterstützung für Kinder, die keinen Unterhalt bekommen ausgebaut werden müsse,

4. der Unterhaltsvorschuss reformiert werden müsse dahingehend, dass Kinder bis zum 18. Lebensjahr Anspruch auf diese Ersatzleistung geltend machen können


Weitere Informationen findest du hier:

http://www.bertelsmann-stiftung.de//de/publikationen/publikation/did/alleinerziehende-unter-druck-1/

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