Unter dem Titel "Lufthafen" plant das Altonaer Kinderkrankenhaus, AKK, eine Wohnstation für Kinder und Jugendliche, die Langzeit beatmet werden müssen. Fünf Millionen Euro veranschlagt die Klinik für dieses Projekt, das nicht nur für Hamburg, sondern auch für Norddeutschland einen Meilenstein in der medizinischen Pflege dieser Patienten darstellen wird. Ende des Jahres soll der Grundstein gelegt werden.
Schätzungen zufolge sind in Deutschland 2.000 Säuglinge, Kinder und Jugendliche auf eine Langzeitbeatmung angewiesen. Mehr als 50 von ihnen werden derzeit im AKK betreut. Für viele Betroffene würde die Wohnstation eine große Entlastung bedeuten. Zwölf Zimmer sind in der Planung, davon sollen acht ständig bewohnt und vier zeitlich begrenzt für die Diagnostik genutzt werden. Im gesamten norddeutschen Raum gibt es bislang keine derartige Wohneinrichtung.
Das Betreuungsangebot wird sowohl den Bedürfnissen der betroffenen Patienten als auch deren Familien angepasst. Behindertengerecht, gleichzeitig aber in familiärer und wohnlicher Atmosphäre lernen die Kinder und ihre Eltern, besser mit den Folgen der Erkrankung umzugehen und gewinnen wieder ein Stück Lebensqualität.
„Mir ist sehr wichtig, dass in Hamburg ein Kompetenzzentrum für diese Patienten errichtet wird", sagt Christiane Dienhold, Geschäftsführerin des AKK. "Unser Ziel ist, nicht nur den Kindern und Jugendlichen ein neues Zuhause zu bieten, sondern auch eine Anlaufstelle für die ganze Familie zu sein. Ebenso bekommen die Kinder, solange der Gesundheitszustand es zulässt, täglich Schulunterricht. Die Betroffenen erlernen bei uns ein Stück Selbstständigkeit und den Umgang mit dem Alltag.“
Die Wohnstation wird direkt auf dem Gelände des AKK gebaut, um die Infrastruktur des Kinderkrankenhauses in das Konzept zu integrieren. Seit 30 Jahren ist da AKK spezialisiert auf langzeitbeatmete Patienten. Eine Beatmungsambulanz wurde bereits erfolgreich etabliert. „Nun hoffen wir sehr, dass wir mit Hilfe der Behörde und den Spendern Ende des Jahres mit der Grundsteinlegung für Lufthafen beginnen können." Die große Herausforderung des Projektes sei der derzeit geringe Bekanntheitsgrad. „Vielen Menschen, denen ich von Lufthafen berichte, haben noch nie etwas über Langzeitbeatmung gehört. Das wird sich nun durch unsere Arbeit ändern. Wir werden den Kindern eine Lobby geben.“
|